Spektakuläres von der Römersiedlung in Remagen – der Film

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Spektakuläres von der Römersiedlung in Remagen

Spektakuläres von der Römersiedlung in Remagen

Im Juni diesen Jahres wurde auf den Gelände des ehemaligen Verkehrsverlags bei Bauarbeiten zum Stadtpalais Funde von Römischen Streifenhäusern gemacht. Damals waren die wissenschaftlichen Auswertungen noch nicht so umfangreich, daher wurde der Pressetermin auf den August verlegt.
Hier die neuesten Meldungen:
Landesarchäologe Peter Henrich erläuterte die Auswertungen der Funde und gab beeindruckende Einblicke in die Römerzeit.
Der Fundort ist sehr spektakulär, bisher nahm man an, dass es außerhalb des Kastells nur wenig Bebauung gab. Die Ausgrabungen hier im Gelände, die übrigens die erste großflächige Ausgrabung in Remagen ist, beweist etwas Anderes. Hier muss ein recht großer Vicus (Kleinstadt) gestanden haben.“ So Henrichs. Ein Vicus ist eine Art Einkaufszentrum mit Händlern, Handwerkern, Lokalen und natürlich Wohnungen, ähnlich einer heutigen Kleinstadt.
Nicht nur in der Römerzeit war es üblich, dass sich um ein Kastell eine ganze Gesellschaft von diversen Dienstleistern und Händlern ansiedelte. Je weiter man sich vom eigentlichen Kastell entfernte um so rudimentärer wurden Angebot und Preisklasse.
Das Besondere an der Grabung ist, dass hier die Verwüstung, also die zeitliche Aufgabe, sehr gut dokumentieren lässt.
Die Streifenhäuser an der Marktstraße wurden im ersten und zweiten Jahrhundert n.Ch. errichtet und erneuert, Ende des dritten und im vierten Jahrhundert allerdings nicht weiter genutzt sondern als Müllkippe oder Anderes verwendet.
Die Gebäude in der Nähe der Bismarkstraße ereilte dieses Schicksal etwas früher.
Dagegen wurde das Kastell, im Gebiet der heutigen Kirchstraße gelegen, bis in das vierte Jahrhundert gepflegt.

Die Funde

Spektakuläre Funde wie Mosaiken oder Gold gibt es bisher nicht aber das kann man nicht ausschließen. Seit Juni wurden ca. 500 Kisten mit Funden gefüllt. Dabei sind gut 95% Keramik-Scherben aber nichts Spektakuläres. Allerdings fand Grabungsleiter Stefan Ciesielski einige Römische Münzen und drei Vasen und Ölkrüge.
Die Funde werden über den Winter von einem Team gewaschen und ausgewertet. Dabei könnte es noch einige Überraschungen geben.
Nachdem alles nach neuesten Methoden dokumentiert und archiviert wurde, wird es eine weitere Auswertung der Ergebnisse geben.

Remagen Weltkulturerbe

Remagen soll in das Weltkulturerbe aufgenommen werden. Das Weltkulturerbe Limes wird ausgeweitet und geht über den Hadrianswall in Schottland über die Niederlande, überschreitet in Rheinland-Pfalz den Rhein und zieht sich durch Baden Würtenberg und Bayern. Hier wird nun der Bereich in dem der Rhein als natürlicher „Schutzwall“ gegen die Kelten genutzt wurde ebenfalls zum Weltkulturerbe gezählt. Remagen ist die einzige Stadt in RLP, der diese Ehre zuteil wird und rangiert damit neben der Cheops Pyramide und dem Taj Mahal ab 2020 in der Oberliga des Weltkulturerbes.

Termine

Bis zum 15. Oktober sollen die Grabungsarbeiten fertiggestellt sein und dann gehen die Baumaßnahmen weiter.

Dank an Fa. Wahl

Ein besonderer Dank geht an die Firma Wahl, die die Ausgrabungen unterstützt, den Zeitplan verschob und sogar Werkzeuge und einen Minibagger zur Verfügung stellt. Außerdem hat die Firma Wahl den gesetzlich vorgeschriebenen 1%-Anteil für archäologische Funde bei Investitionen über 500 000,- € überschritten. Peter Henrichs lobte die hervorragende Zusammenarbeit.

Sehen Sie hier den Film mit den ausführlichen Statements von Landesarchäologe Peter Henrich und Grabungsleiter Stefan Ciesielski

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