Anspruchsvolle Kulturfragen im Fokus – Denkmalverein vielseitig aktiv

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Anspruchsvolle Kulturfragen im Fokus – Denkmalverein vielseitig aktiv
Bürgermeister Andreas Geron (Zweiter von rechts) macht den Test an der interaktiven Bildschirmpräsentation des Sinziger Stadtmodells. Von links Achim Gottschalk allgrafics (technische Umsetzung), Vorsitzender Hardy Rehmann und Museumsleiterin Agnes Menacher.

Anspruchsvolle Kulturfragen im Fokus – Denkmalverein vielseitig aktiv

Sinzig. Erfolgreich auf verschiedenen Ebenen arbeitet der Förderverein Denkmalpflege und Heimatmuseum in Sinzig. Zur Mitgliederversammlung konnte Vorsitzender Hardy Rehmann zahlreiche Aktivitäten und die stattliche Mitgliederzahl von 138 präsentieren. „Das ist viel für einen Verein, der sich in einer Stadt dieser Größenordnung mit anspruchsvollen Kulturfragen beschäftigt.“ Es wurde an diesem Abend aber nicht nur Bilanz gezogen, sondern es gab auch eine Überraschung: Der stellvertretende Vorsitzende Karl-Friedrich Amendt trat von seinem Amt zurück.

Zum Auftakt der Tagesordnung richtete Sinzigs Bürgermeister Andreas Geron, der schon seit längerer Zeit Mitglied ist, ein Grußwort an die Versammlung. Die Stadt könne sich glücklich schätzen, einen solchen Verein zu haben, zumal das Metier der Denkmalpflege in Rheinland-Pfalz kein einfaches sei wegen des hier angewendeten sehr dehnbaren Denkmalbegriffs. Ein dickes Dankeschön richtete Geron an Museumsleiterin Agnes Menacher. Das Museum besteht seit 1952, Menacher ist ehrenamtliche Leiterin seit 1985 – tatsächlich in etwa die Hälfte der Zeit seit Gründung.

Nicht nur das schon traditionelle Programm an Vorträgen (Turmgespräche) und Exkursionen bestimmte im abgelaufenen Jahr die Arbeit im Verein. Hardy Rehmann berichtete von Veränderungen im Museum. Zusammen mit der Stadt ist eine moderne Arbeitsplatzausstattung geschaffen worden, unter anderem als Voraussetzung für die bereits gestartete Digitalisierung der Museumsbestände. Pünktlich zur Mitgliederversammlung fertig geworden ist außerdem eine interaktive Bildschirmpräsentation zum Sinziger Stadtmodell. Es ermöglicht, auf dem Bildschirm die Entwicklung der Bebauung in der Kernstadt per Klick nachzuvollziehen. Der Verein hat außerdem Vorschläge entwickelt, wie der Eingangsbereich des Museums besser gestaltet werden könnte. Für das kommende Haushaltsjahr will er bei der Stadt um ein entsprechendes Budget werben.

Agnes Menacher, als Museumsleiterin auch stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, ging in ihrem Bericht auf die Ausstellungen „Das Ahrtal – von Kinkels Reiseführer 1846 bis heute“ und „Römische Stempeltechnik unter der Lupe“ ein, auf das beliebte Museumscafé am Internationalen Tag des Museums und an den jüngst getätigten, von Stadt und Kreissparkasse ermöglichten Ankauf eines Gemäldes. Es zeigt die frühere Schlossbesitzerin Else von Wedderkop und hing bereits im Tagungsraum. Im neuen Jahr wird das Museum die Ausstellung „Barbarossa – ein Kaiser zwischen Mythos und Marketing“ anbieten. Nicht fehlen durfte natürlich ihr Dank an die Mitglieder für die Unterstützung des Museums durch den Verein.

Für alle Beteiligten völlig überraschend schloss stellvertretende Vorsitzende Karl-Friedrich Amendt seinen detailreichen Rechenschaftsbericht mit der Mitteilung, aus dem Vorstand auszuscheiden. Als Grund nannte er einen ihn emotional sehr belastenden Umgang mit Themen innerhalb des Vorstands. Bei den folgenden Wahlen sprang Schriftführer Matthias Röcke in die Bresche und wurde als Nachfolger von Amendt gewählt. Turnusmäßig zur Wahl hatten Agnes Menacher und die Beisitzenden Hildegard Ginzler, Dirk Meyer, Angelika Schneider und Anton Simons gestanden. Beisitzer Josef Erhardt hatte nicht mehr kandidiert. Die Wahlen einschließlich der von Matthias Röcke erbrachten Einstimmigkeit. Ebenso einstimmig war zuvor der Vorstand entlastet worden. Schatzmeisterin Renate Rick hatte eine Bilanz solider Finanzen vorweisen können, die Kassenprüfer Ellen Collombon und Rolf Meyer gaben einen positiven Bericht.

Das neue Jahr prägt eine Reihe von Veranstaltungen (zu finden unter www.museum-sinzug.de) und unter anderem das Projekt „Museum macht stark“. Bei diesem mit Bundesmitteln geförderten und zusammen mit dem Sinziger Haus der offenen Tür durchgeführten Aktion geht es darum, Kinder und Jugendliche mehr für das Thema Museum zu interessieren. 2019 wird auch wieder der Architekturpreis des Vereins ausgeschrieben.

Nicht nur der Vorstand arbeitet im Verein. Hardy Rehmann freute sich, von Mitgliedern zu berichten, die sich auf verschiedenen Feldern engagieren. So bei der aufwendigen Pflege der Bücherzelle in der Ausdorfer Straße (Gottfried Nonnast), bei der Digitalisierung der Museumsbestände (Rolf Meyer), bei der Pflege des Bestandes an Sinziger Fliesen (Josef Erhardt), mit Führungen durch Schloss und Museum (Karl-Friedrich Amendt, Peter Billig, Hans Jüchtern) oder bei der Bewirtung im Museumscafé (Irmgard Billig und andere). Sie erhielten als kleines Dankeschön eine Flasche Wein. Und auf ein Glas Wein blieben die Mitglieder auch noch nach der Tagesordnung.

Pressemeldung Denkmalverein
Foto: Denkmalverein

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