Der Apollinarisberg zu Gast im Schaufenster von Hauffes Buchsalon

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Der Apollinarisberg zu Gast im Schaufenster von Hauffes Buchsalon

Der Apollinarisberg zu Gast im Schaufenster von Hauffes Buchsalon

oder der „Berg“ kommt herunter in die Stadt

Von Erhard Wacker

Aus dem Jahr 1221 stammt das älteste gemeinsame Dokument von Kloster St. Apollinaris und der Stadt Remagen – Demnächst eventuell einer 800-Jahrfeier würdig?

Dieser Urkunde lag ein Streit zwischen Stadt und Berg zu Grunde. Heute sieht die Lage doch wesentlich entspannter aus: Hauffes Buchsalon stellt dem Apollinarsberg für den Monat Mai das große Schaufenster zur Verfügung.

Die Ausstellung besteht aus zwei Teilen.

Archiv Apollinarisberg:

Während meiner Studentenzeit erschien mein „Buch der Bücher“: Umberto Ecos Der Name der Rose. Mittelalter, Klosterbibliothek, Kulturgeschichte, Spannung und natürlich ein zu lösendes Geheimnis.

Jahrzehnte später kam ich in Verbindung mit dem Apollinarisberg und bin im Laufe der Zeit so etwas wie der „Haushistoriker“ geworden. Mit Apollinarisberg meine ich immer diese besondere Einheit aus Kirche, Kloster und die sie umgebende Kulturlandschaft. Dass in dem 1972 erbauten Klostergebäude keine gotische Schreibstube mit verstaubten Folianten in alten Truhen zu erwarten war, muss ich eigentlich nicht erwähnen, dass aber fast gar nichts auf mich wartete, hatte ich nun auch nicht gedacht. Die Benediktiner und Franziskaner nahmen jeweils, als sie das Kloster verließen, ihren Besitz, auch den an Büchern und Archivalien, mit. Ein Kloster ohne Archiv und historische Bibliothek? – Unvorstellbar!

Im Sammeln und Dokumentieren des Materials zur Geschichte des Apollinarisberges sehe ich meine Aufgabe. Und jetzt bot sich mir die Möglichkeit einen Teil dieses Archives und der Sammlung der Öffentlichkeit hier in Remagen in diesem Schaufenster zu zeigen: Bücher und Texte, Faltblätter und Broschüren, Fotografien und Postkarten, Kerzen, Teller, Löffel, Gläser, Holzschuhe, Stocknägel, Briefbeschwerer, Wimpel und Medaillen. sowie „Krimskrams“ aller Art aus dem Umfeld der Kulturlandschaft des Apollinarisberges. Nicht zu vergessen Karnevalsorden mit einem Bezug zum „Berg“. Dazu werden die aktuell in der Buchhandlung zu diesem Thema lieferbaren Bücher präsentiert.

Kreuzweg

Die rechte Hälfte gibt einen Einblick in die Geschichte des Kreuzweges. Zu sehen ist das letzte vorhandene originale Terrakotta-Relief des Kreuzweges aus dem Jahr 1865, geformt und gebrannt von der Firma Scherf & Imhoff aus Köln-Kalk. Als Vorlage diente der berühmte Kreuzweg von Joseph von Führich. Zum Vergleich steht daneben eine Station des zweiten Kreuzweges von 1964, gestaltet von dem Bildhauer Max Schauer aus Oberammergau. In Bronze gegossen von der Firma Hans Mayr in München: Expressiv und fordernd. Zudem leider die ganz aktuelle Version als Fotoreproduktion nach dem Diebstahl von sechs Stationen im Frühjahr 2017. Begleitet werden diese Objekte von kurzen Erläuterungen auf Tafeln.

Die Öffnungszeiten dieser Ausstellung lauten 24/7, das heißt wirklich 24 Stunden an 7 Tagen bis Ende Mai. Bei Fragen steht ihnen gerne zur Verfügung (Tel. 02642/21585 oder wacker@farbeundzahl.de).

Pressemeldung Dr. Erhard Wacker
Foto: Privat

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