Die Vereinsarbeit des Friedensmuseums liegt auf Eis

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Die Vereinsarbeit des Friedensmuseums liegt auf Eis

Leserbrief von Rolf Plewa, Martin Tillmann, Eduard Krahe

Die Vereinsarbeit des Friedensmuseums liegt auf Eis

Seit April 2019 ist das Friedensmuseum Brücke von Remagen wegen mangelhaften Brandschutzes geschlossen. Die vergebens vor der Tür stehenden Besucher wissen nicht, dass die Brandschutzversäumnisse dem Vorstand seit 2013 bekannt sind, für die Beseitigung Finanzmittel in Höhe von 5.000,- Euro bewilligt aber nicht eingesetzt wurden. Die Folge: Die Kreisverwaltung Ahrweiler als Aufsichtsbehörde musste das Friedensmuseum vorläufig schließen.

Die mit hohem persönlichen Einsatz von Stadtarchivar Kurt Kleemann und Verkehrsamts- leiter Marcel Möcking aus dem Boden gestampfte (Not)-Ausstellung über die in diesem Jahr hundertjährige Geschichte der Brücke hat ein uneingeschränktes Lob verdient ist aber kein Ersatz für die international bekannte geschichtlich-touristische Attraktion in den beiden Türmen. Ein Pfund mit dem Remagen wuchern kann. Ja, könnte, wenn nicht nach dem Rücktritt des Gründers und langjährigen Vorsitzenden Hans Peter Kürten am 18. Dezember 2018 die Vereinsarbeit zum Erliegen gekommen wäre.

Der Kassierer Frank Cornely, ist nach dem Rücktritt von Hans Peter Kürten als Vorsitzender, der letzte Alleinvertretungsberechtigter im Verein. Er beruft keine satzungskonformen Vorstandssitzungen ein. Der Vorstand ist für die Jahre 2017 und 2018 nicht entlastet, für das laufende Jahr ist kein Haushalt beschlossen. Von Mitgliedern beantragte Satzungsänderungen und Neuwahlen werden nicht zur Abstimmung gestellt oder terminiert.

Mit einer überwältigenden Mehrheit haben die Mitglieder am 12. April und 6. August 2018 über eine Auflösung des Vereins votiert und sich für einen Übergang des Friedensmuseums in die Trägerschaft der Stadt Remagen ausgesprochen. Sogar Hans Peter Kürten bat in dieser Versammlung, dass sein Lebenswerk in die Hände der Stadt Remagen übergehen soll. Diese ist dazu grundsätzlich bereit. Das würde mit einer gesicherten finanziellen Basis und einer zukunftsorientierten Modifizierung der Ausstellung die Existenz des Friedensmuseums sichern.

Trotz der eindeutigen Voten der Mitglieder hat Alleinvertretungsberechtigter Cornely durch juristische Winkelzüge erreicht, dass das Registergericht beim Amtsgericht Koblenz die Vereinsauflösung für ungültig erklärt hat. Der Grund dafür: Es wurden nicht alle Mitglieder zu den beiden Sitzungen eingeladen. Dies jedoch vor dem Hintergrund, dass sich Frank Cornely hartnäckig weigert, die aktuelle Mitgliederliste herauszugeben. Selbst Bürgermeister Ingendahl als geborenes Vorstandsmitglied des Vereins wartet auf diese bislang vergebens.

Durch dieses Verhalten wurde die Vorstandsarbeit auf Eis gelegt. Inzwischen ist die Ablehnung der Beschwerde durch das Oberlandesgericht bei den Liquidatoren des Vereins eingegangen. Und auch vom Koblenzer Registergericht ist weiter nichts zu hören: still ruht der See…

Rolf Plewa, Martin Tillmann, Eduard Krahe
Foto: Archiv allgrafics

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