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Einschätzung der GRÜNEN zum Krankenhaus Adenau

Brauchen wir das Krankenhaus Adenau?

Einschätzung der GRÜNEN in der Verbandsgemeinde Adenau

Adenau 3.02.2023 Das St. Josef Krankenhaus wurde von seiner Betreiberin der Marienhaus GmbH seit Jahren „umgewandelt“. Rettungswagen fahren es seit längerem nicht mehr an. Praktisch gab es seit Jahren kaum noch stationäre Behandlung in Adenau. De facto wurde es so betrieben, wie es hoffentlich bald weiter geht: als Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit 24/7-Notfallversorgung. Das ist alles nichts Neues im Kreis – und doch war es ein Schock in der Bevölkerung als es hieß, das Haus arbeite nicht wirtschaftlich und werde Ende März 2023 schließen. Erst da setzten sich die Gremien zusammen? Und dann kam der Ruf nach der Landrätin? Die Schieflage der Klinik ist den Verantwortlichen in Adenau und Kreis lange bekannt. Warum wurde nicht frühzeitig an einem Anschlusskonzept gearbeitet, das man jetzt aktivieren kann? Stattdessen ließ man wertvolle Zeit verstreichen und wartete ab. Wird das Krankenhaus nicht behandelt wie eine heiße Kartoffel, die niemand auffangen will, weil keiner die Kosten übernehmen will?

Wie sehen die GRÜNEN in der Verbandsgemeinde Adenau die Lage?

Wenn um Adenau und Nürburgring Auto- und Motorradfahrer verunfallen, werden diese per Hubschrauber nach Bonn geflogen. Auch wenn Kleinkinder sich verbrühen und sofort Hilfe brauchen, kommt der Hubschrauber. Das regelt der medizinische Notruf 112 – das System arbeitet länderübergreifend. Hierzu braucht niemand ein Krankenhaus in Adenau. Außerdem gibt es ja noch die praktizierenden Landärzte sowie die Fachärzte in Adenau für die lokale Bevölkerung. Das mag in 10 Jahren anders aussehen, wenn diese in Ruhestand gehen und keine Nachfolgerinnen finden. Kranke Menschen können innerhalb von 45 – 60 Minuten in folgende Krankenhäuser fahren: Daun, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Mechernich, Euskirchen, Bonn, Verbundskrankenhaus Remagen-Linz, kardiologisches Fachkrankenhaus Bad Bodendorf, Mayen und Koblenz. Entweder hilft der Hausarzt bei der Auswahl des Krankenhauses oder man nutzt die Hilfe der Weißen Liste (www.weiße-liste.de), in der alle Krankenhäuser und Leistungen suchbar sind. Mit einem digitalen System kann eine hohe Transparenz über die Qualität aller Krankenhäuser mit ihren speziellen Leistungen dargestellt werden. Dies bietet den Patientinnen mehr Auswahl und mehr Leistung im Umkreis als nur das nächste Krankenhaus.

Die Zeiten, in denen Menschen in Adenau wirklich behandelt wurden sind lange vorbei.

Das konzeptlose Festhalten der politisch Verantwortlichen am status quo hat bis jetzt eine zukunftsorientierte Lösung verhindert. Was gibt es für Möglichkeiten? Möglich wäre ein Umbau zu einem Medizinischen Versorgungszentrum. Diese Idee hatte das St. Josef Krankenhaus in Adenau im letzten Jahr noch, aber anscheinend war es schwer Ärzte zu finden, die sich mit eigener Praxis und eigener Abrechnung dort ansiedeln wollten. Es gibt zwei Fragen: Wer finanziert das und welche Ärzte würden kommen?
Anreize von Wohnungen und Kindergartenplatz allein sind nicht ausreichend, wie sich schon in den letzten Jahren gezeigt hat. Es werden bundesweit zunehmend medizinische Versorgungszentren (MVZ) in kommunaler Trägerschaft eröffnet. Diese werden auch von der Expertenkommission der Bundesregierung für das Gesundheitswesen als eine Lösungsmöglichkeit für das Nachwuchsproblem
im hausärztlichen Bereich gesehen. MdB Prof. Dr. Armin Grau, Mitglied des Gesundheitsausschusses, hat die Gründung von MVZs im Kreis Ahrweiler bereits im letzten Jahr der Kreisverwaltung gegenüber angeregt. Ein MVZ übernimmt die organisatorische und unternehmerische Verantwortung. Die Arbeit als festangestellte:r Ärztin oder Arzt wird somit wesentlich attraktiver. Im Gegensatz zu privatwirtschaftlich geführten Versorgungszentren steht die Gewinnmaximierung beim kommunalen MVZ nicht im Vordergrund.
Wir GRÜNE hoffen, dass Vernunft und Kosteneinsicht die Teilnehmer der Gesundheitsrunde führt und nicht ein totes Krankenhaus wiederbelebt wird. Entscheidungen und Investitionen von heute müssen auch für Kinder und Enkel finanzierbar sein, wenn die Babyboomer sich längst verabschiedet haben.

Robert Nikolayczik, Sprecher BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Ortsverband Adenau (VG)
Foto: Privat

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