Leserbrief zur Treppensanierung am Kirchberg

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Leserbrief zur Treppensanierung am Kirchberg von Dr. Achim Schewe

Leserbrief zur Treppensanierung am Kirchberg

Bekanntlich ist die Treppenanlage von der Kirche abwärts zur Barbarossastraße sehr geh-unfreundlich und sie soll ja auch in diesem Jahr für einige hunderttausend Euro saniert werden.

Was aber sollte das Ziel einer solchen Sanierung sein?
Einerseits steht der Dolchstoß-Legenden-Löwe als „Kriegerdenkmal“ in der Denkmalschutzliste – und natürlich sind auch die eigentlichen Gedenktafeln zu erhalten. Andererseits wurde der Löwe 1931 unter bewusster (Zer-)Störung des ursprünglichen Lenné-Parks mit bewusst zu steiler, himmelwärts zum Ersatz-Gott Löwe strebender Treppe errichtet. Der Lennégarten steht ebenfalls heute – übrigens länger als der Löwe – unter Denkmalschutz. Er erstreckte sich früher mit mehreren „Türmen“, die zum Teil bis in die 1960er Jahre kleine Pavillons trugen („Tempelchen“), bis zum Schießberg und ist im Gelände auch heute noch deutlich zu erkennen. Der Denkmalschutz des Lennégartens in Kombination mit dem Umgebungsschutz des Weltkulturerbes St. Peter Kirche dürfte insgesamt daher dem Umgebungsschutz des Löwen vorgehen, die große Treppe darf daher auch grundlegend umgestaltet werden.

Der ursprüngliche Zustand des Lennégartens – einschließlich des Tempelchens . ist deutlich auf dem bekannten Zeppelin-Luftbild aus dem Jahre 1911 zu erkennen. Weiter sind vorhanden:
zwei schmale Treppen mit mehreren Podesten (schmal + gegliedert ergibt: bergab angstfrei zu gehen) je ein alternativer Weg links und rechts – vermutlich Stufen-frei bzw. in heutiger Nomenklatur: barrierefrei.
Ich schlage daher vor, alternative Lösungen – z.B. als Zickzack-Weg oder als Kombination aus Zickzack-Weg mit schmaler Treppe – in alle Überlegeungen mit einzubeziehen. Es ist Sinziger Bürgern eigentlich nicht zu vermitteln, warum einige hunderttausend Euro für eine Himmelsleiter zum Löwen anstatt zum Kulturerbe Kirche ausgegeben werden sollen, wenn es preiswertere und schönere Lösungen geben kann.

Dr. Joachim Schewe, Zehnthof Sinzig

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