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Mikes Federstreich: Haus Walterscheid, Abriss, Rettung oder beides ?

Die Lösung: das historische wertvolle Walterscheid-Barockgebäude bleibt auf dem Neubau-Gebäude erhalten

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Innovative Stadtentwicklung oder Weiterführung der Bausünden der 60er Jahre?

Das Haus Walterscheid kennt in Sinzig wohl jeder. Das historische Barockhaus beherbergte zuletzt die Buchhandlung Walterscheid. Seit 1962 wurde das Geschäft von der Familie Zimmermann geführt. Aber jetzt kam das vorläufige Aus für das Gebäude.

Der gesamte Komplex umfasst das Haus Walterscheid und die unterhalb an der Mühlenbachstraße gelegenen Häuser Nr. 36 und Nr. 38. Hinter Nr. 40, dem Haus Walterscheid, befindet sich die ehemalige Druckerei der Firma Krupp und im Anschluss erstreckt sich das Gelände bis zur Barbarossastraße.
2014 erwarb Frau Manijeh Pischnamazzadeh aus Köln das Gelände, mit dem Ziel ein Großprojekt darauf zu errichten.
Ab 2014 fanden zahlreiche Kunstausstellungen unter dem Namen “ArtAhr” bzw. “AhrtKom” statt. Die Eigentümerin stellte die Alte Druckerei für diese Ausstellung und auch für andere Aktionen zur Verfügung. So fanden in den Hallen Konzerte bei der Sinziger Musiknacht, Diskussionsabende und Versammlungen statt. Die Ausstellung mit Kostümen des Sinziger Karnevals-Urgesteins Heinz Degen wurde sehr gut besucht.

Die ursprüngliche Planung im Jahr 2005 war, dass in der Druckerei die Barbarossapassage entstehen sollte, eine Einkaufspassage mit Einzelhändlern und Dienstleistern.
Als dann 2015 erste Planungen des Projektes mit dem Abriss der Gebäude bekannt wurden, zeigte sich der Sinziger Denkmalverein besorgt um den Erhalt des Gebäudes Walterscheid mit der Hausnummer 40. Er stellte fest, dass das Barockhaus in zwei namhaften Verzeichnissen zu historischen Denkmälern erwähnt wurde; zum einen im Standardwerk zu Denkmälern der Region „Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz“ und in einem weiteren Standardwerk für die Denkmalpflege in der Region ist „der Dehio“. (Wir berichteten https://www.aktiplan.de/stadtbild-in-der-muehlenbachstrasse-was-geschieht-rund-um-haus-nr-40/)
2016 startete der Denkmalverein sogar eine Unterschriftenaktion (https://www.aktiplan.de/muehlenbachstrasse-denkmalverein-startet-unterschriftenaktion/)

2017 – Eveline Lemke, Präsidentin der Karlshochschule International University vermittelte den Kontakt zwischen Studenten und der Investorin, um ein neues Konzept zu erarbeiten. (https://www.aktiplan.de/eine-zukunft-fuer-die-alte-druckerei-in-sinzig/)
2017 begrüßte der Denkmalverein, “dass die Karlshochschule International University in Karlsruhe jetzt eine Umfrage zur Nutzung der dazugehörigen alten Druckerei durchführt. Mit großem Interesse hat der Denkmalverein außerdem Presseberichte zur Kenntnis genommen, nach denen die Investorin Manijeh Pischnamazzadeh für alternative Lösungen zum ursprünglich geplanten Totalabriss offen ist, wenn diese sich betriebswirtschaftlich rechnen.” (https://www.aktiplan.de/muehlenbachstrasse-40-denkmalverein-begruesst-aktuelle-diskussion/).
Ebenfalls 2017 schrieb der damalige Bürgermeisterkandidat Manfred Ruch dazu: “Die Kölner Investorin Dr. Manijeh Pischnamazzadeh war ebenfalls vor Ort und ließ sich ausgiebig von den Studentinnen informieren. Sie unterstützt die Suche nach alternativen Konzepten und sprach den Studentinnen ordentlich Mut zu. Aber sie machte auch gleichzeitig klar, dass sich diese Konzepte wirtschaftlich rechnen müssen.” (https://www.aktiplan.de/es-tut-sich-was-in-der-alten-druckerei/)

2019 stellte die SPD-Fraktion den Antrag: Stadt soll bei der Entwicklung der Alten Druckerei mitreden.
(https://www.aktiplan.de/antrag-der-spd-fraktion-stadt-soll-bei-der-entwicklung-der-alten-druckerei-mitreden/).
Im Rahmen des ISEK wurde in der Auswertung im September 2019 festgestellt, dass Haus Walterscheid zu den stadtbildprägenden Gebäuden gehört. (https://www.sinzig.de/wp-content/uploads/2020/07/Pra%CC%88sentation-Ergebnis-min.pdf)

Seitdem war es ruhig um die Alte Druckerei und das Haus mit der Nummer 40. Die Webseite mit der Auswertung der Karlshochschule ist nicht mehr auffindbar.

Im Dezember 2022 schreibt die Rhein Zeitung, dass der komplette Komplex inklusive Haus Walterscheid abgerissen wird und einem Neubau mit Wohneinheiten für Senioren weichen soll. (https://www.rhein-zeitung.de/region/aus-den-lokalredaktionen/kreis-ahrweiler_artikel,-areal-soll-abgerissen-werden-aus-fuer-sinziger-traditionshaus-walterscheid-_arid,2481753.html)

Untere Denkmalbehörde lehnt Unterschutzstellung von Barockgebäude ab

Haus Nr. 40 Haus Walterscheid

Im Februar 2023 setzt sich der Denkmalverein erneut für den Erhalt von Haus Walterscheid ein. Es liegen neue Erkenntnisse zur Bausubstanz und zum historischen Wert des Hauses mit der Nummer 40 vor. Bei einer Untersuchung des Gebäudes stellte Diplomrestaurator Bernd Retterath fest, dass das Haus nach dem Stadtbrand um 1760 entstanden sein muss. Barocktüren und -Fenster, die Fachwerkbauweise, Parkettböden, das reich verzierte Treppenhaus und eine Fülle von Dekorationselementen im Originalzustand machen das Gebäude zu einem wichtigen Zeugnis der bürgerlichen Wohnkultur. Außerdem zählt es zu den ältesten Gebäuden in Sinzig.
Der Denkmalverein stellte einen Antrag bei der unteren Denkmalschutzbehörde der Kreisverwaltung auf Unterschutzstellung von Haus Walterscheid. (https://www.aktiplan.de/denkmalverein-beantragt-unterschutzstellung-von-haus-walterscheid/)
Die Behörde lehnte den Antrag auf Unterschutzstellung ab. Der Generalanzeiger schreibt, “dass nach Auskunft der unteren Denkmalbehörde das Gebäude bereits im Jahr 2000 in Augenschein genommen wurde und nicht als Kulturdenkmal im Sinne des Denkmalschutzes eingestuft werden konnte. Bei einer erneuten Prüfung 2016 durch die Generaldirektion Kulturelles Erbe in Mainz konnten ebenfalls keine ausreichenden Argumente für eine Denkmalschaft angeführt werden”, und weiter “eine weitere Überprüfung wird nicht durchgeführt werden”. (https://ga.de/region/ahr-und-rhein/denkmalschutz-fuer-das-haus-walterscheid_aid-84554603)

Stadtverwaltung Sinzig ist nicht zuständig

Auf Nachfrage teilt die Stadt Sinzig mit, dass aktuell kein konkreter Bauplan vorliegt und die Stadt erst dann einschreiten kann, wenn die Planung nicht dem Bebauungsplan entspricht. Die Genehmigungsbehörde ist die Kreisverwaltung und nicht die Stadtverwaltung.

Wie es mit dem Haus Walterscheid weiter geht, bleibt abzuwarten.

Zum historischen Haus Walterscheid hat Karikaturist Mike Grunzke seine Gedanken zu Papier gebracht. Er setzt einen drauf: “Die Lösung: das historische, wertvolle Walterscheid-Barockgebäude bleibt auf dem Neubau-Gebäude erhalten“.

AG

„Mikes Federstreich“ im Aktiplan Rhein-Ahr Anzeiger

Der bekannte Karikaturist Mike Grunzke, der lange Zeit in der RheinZeitung wöchentlich zwei eigene Karikaturkolumnen hatte, erscheint jetzt mit der Kolumne „Mikes Federstreich“ wöchentlich im Aktiplan Rhein-Ahr Anzeiger. In Sinzig war er Inhaber einer renommierten Werbeagentur und wirkt jetzt in Linz.
Bisher sind vier Bücher mit seinen Karrikaturen erschienen, die Sie auf der Webseite www.mikes-karikaturen.de bestellen können.

Grunzkes Karikaturenbücher

Siehe auch: https://www.aktiplan.de/mikes-federstreich-karikaturen-im-aktiplan/

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