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Mikes Federstreich – Silvesterfeuerwerk – Viel Rauch um nichts?

120 Millionen Euro sind umsonst verballert!

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An Silvester gehen 120 Millionen Euro in Rauch auf

Seit Freitag dürfen offiziell in Deutschland Feuerwerkskörper verkauft werden, gezündet aber erst an Silvester, erstmals nach zwei Jahren Pause wegen Corona. Grund für das Verbot von Feuerwerk während der Pandemie war die Befürchtung, dass Krankenhäuser durch zahlreiche Verletzte überfordert sein könnten.

Verletzungen

Die Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) spricht von rund 500 Augenverletzungen, die durch ein Feuerwerksverbot verhindert werden könnten und die Pharmazeutische Zeitung spricht gar von der gefährlichsten Nacht des Jahres. „An keinem anderen Tag im Jahr verletzen sich so viele Menschen an den Hände wie an Silvester«, so die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. Typisch seien abgetrennte Finger, Verbrennungen und Brüche.“ In Großstadtkrankenhäusern werden an Silvester jedes Jahr rund 50 bis 60 Fälle mit schweren Handverletzungen versorgt.

Das Unternehmen Röder Feuerwerk GmbH & Co. KG hat in einer groß angelegten Umfrage seine Kunden zu deren Erfahrungen mit Verletzungen durch Feuerwerkskörper befragt. Das Ergebnis zeigt, dass nur ein geringer Bruchteil der Verletzungen im Krankenhaus behandelt wurden – gerade einmal 3,3 %.

Von insgesamt berichteten 269 Verletzungen wurden 80 % selbst versorgt. Nur bei 20 % wurde eine fremde Person hinzugezogen, zu denen allerdings auch Familie und Bekannte zählen. Lediglich 9 Verletzungen, dies entspricht 3,3 % der 269 Verletzungen, wurden überhaupt im Krankenhaus behandelt. Anders als es teilweise in den Medien oft dargestellt wird, gab es keine Abtrennung von Gliedmaßen. Dies ist mit legal erworbenen und in Deutschland zugelassenen Feuerwerk auch nicht möglich, sofern dieses nicht manipuliert wird. Schwere Verletzungen entstehen in den allermeisten Fällen durch die Verwendung von illegalem Feuerwerk oder selbst gebauten Feuerwerkskörpern.
Darauf weist die Firma in einer Pressemeldung hin.

Böllerverbot

Die Deutsche Umwelthilfe fordert schon seit Jahren ein Böllerverbot. Im Zusammenschluss mit dem Verein VIER PFOTEN, dem Deutschen Tierschutzbüro, TASSO, dem Jane Goodall Institut Deutschland, dem Deutscher Tierschutzbund, PETA Deutschland, Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V., dem Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg, den Naturfreunden Deutschlands sowie mit Andreas Reuland (Augenarzt) und Norbert Mülleneisen (Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde und Umweltmediziner) für das Verbot ein. Auch die Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), die Stiftung Auge und die Gewerkschaft der Polizei begrüßen ein Verkaufsverbot von Feuerwerk.

Wirtschaftsfaktor

Der Verband der deutschen Feuerwerksindustrie (VPI) rechnet 2022 mit einem Umsatz von rund 120 Millionen Euro. Insgesamt werden in den entsprechenden Betrieben rund 3000 Mitarbeiter beschäftigt.

Feinstaub, Schwermetalle und Plastikmüll

Das Umweltbundesamt berichtet, dass allein zum Jahreswechsel 2019 über 43000 Tonnen Feuerwerkskörper verkauft wurden. Das Meiste davon landet in der Umwelt, darunter auch die Schwermetalle Kupfer und Barium, die dem Brandmittel zugefügt werden, um farbige Lichter zu erzeugen. In den fünf größten deutschen Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main) haben kommunale Unternehmen zum Jahreswechsel 2017 rund 191 Tonnen Silvesterabfall entsorgt (Quelle: VKU). 
Die Belastung durch Feinstaub schätzt das Umweltbundesamt auf rund 2050 Tonnen, das entspricht rund 1% der jährlich in Deutschland freigesetzten Feinstaubmenge.

Der Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk (BVPK) meldet dazu, dass die erhöhte Feinstaubkonzentration in Folge von Feuerwerken nur räumlich begrenzt und für wenige Stunden auftreten würde. Außerdem wären Feuerwerkskörper zu 90 % biologisch abbaubar.

Tierschutz

Panikattacken von Haustieren in der Silvesternacht sind wohl jedem Hunde- oder Katzenbesitzer schon aufgefallen, aber auch Wildtiere geraten durch die Knallerei in lebensgefährliche Situationen, da sie bei der Flucht durch Zäune und über Straßen gejagt werden. Todesfälle sind nicht selten. Vögel schrecken auf, fliegen in große Höhen und finden nur schwer wieder zu ihren Schlafplätzen zurück.
Für Tiere in Stallungen ist der Silvesterstress ebenfalls gefährlich. Hühner trampeln sich durch die Panik zu Tode oder ersticken. 2019 und 2020 gab es insgesamt 278 Brände von Stallungen, die durch Feuerwerk ausgelöst wurden.

Grafiker und Karikaturist Mike Grunzke hat seine Gedanken über Silvester zu Papier gebracht. Er kommt zu dem Schluss: „120 Millionen verpulvert – was hätte man damit alles machen können„.

AG
Karikatur: Mike Grunzke

„Mikes Federstreich“ im Aktiplan Rhein-Ahr Anzeiger

Der bekannte Karikaturist Mike Grunzke, der lange Zeit in der RheinZeitung wöchentlich zwei eigene Karikaturkolumnen hatte, erscheint jetzt mit der Kolumne „Mikes Federstreich“ wöchentlich im Aktiplan Rhein-Ahr Anzeiger. In Sinzig war er Inhaber einer renommierten Werbeagentur und wirkt jetzt in Linz.
Bisher sind vier Bücher mit seinen Karrikaturen erschienen, die Sie auf der Webseite www.mikes-karikaturen.de bestellen können.

Grunzkes Karikaturenbücher

Siehe auch: https://www.aktiplan.de/mikes-federstreich-karikaturen-im-aktiplan/

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