Rheinstädte müssen in Verkehrsfragen zusammenhalten

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Rheinstädte müssen in Verkehrsfragen zusammenhalten

Rheinstädte müssen in Verkehrsfragen zusammenhalten

Remagener Grüne setzen sich auch für unkonventionelle Lösungen ein
Die B 9 ist aus einem der ältesten Verkehrswege Deutschlands hervorgegangen und verbindet seit der Römerzeit die Städte am Rhein. Inzwischen erreicht sie die Grenze der Belastbarkeit, wenn sich jeden Tag mehr als 23.500 Fahrzeuge durch Bad Breisig fädeln, ein paar weniger durch Remagen. Doch auch die Alternativen sind überlastet: Kaum ein Zug, der im Berufsverkehr noch pünktlich und verlässlich die Pendler zur Arbeit und nach Hause bringt, und bei der Frage, wo der Regionalexpress „rrx“ ab 2019 halten wird, müssen die Rheinstädte untereinander konkurrieren, denn wie bei der Reise nach Jerusalem fällt ein Halt weg. Getroffen hat es den Bahnhof Oberwinter, trotz der Entscheidung des Remagener Stadtrats, viel Geld in den Ausbau zu investieren. Also noch mehr Pendler, die mit dem Auto auf die B9 drängen? Noch mehr Güterzüge, die statt der Fahrgäste aus den Rheinstädten über die Schienen geleitet werden?

Unter diesen Umständen unterstützen die Remagener Grünen ausdrücklich die Bemühungen, über das von der Stadt in Auftrag gegebene Verkehrsgutachten, die Auswirkungen des stetig steigenden Verkehrsaufkommens für die Anwohner zu lindern. Sie appellieren jedoch dringend dafür, auch langfristig die Ursachen für den drohenden Verkehrsinfarkt ins Auge zu fassen und nicht nur die Straße selbst, sondern die Verkehrswege insgesamt bei den Lösungsvorschlägen zu berücksichtigen.

So muss langfristig darauf hingearbeitet werden, dass über den Bundesverkehrswegeplan der europäische Schienengüterverkehr zwischen Genua und Rotterdam am dichtbesiedelten Rheintal vorbeigeleitet wird, so dass auf der Schiene wieder mehr Kapazitäten für den Personennahverkehr entstehen. Daneben gilt es aus Sicht der Remagener Grünen, im nördlichen Teil von Remagen Fahrradschnellwege zu schaffen, wie dies von der Landesregierung in Mainz auch bereits überlegt wurde.

Und schließlich muss auch der Rhein selbst ins Auge gefasst werden: Was in Amsterdam bereits erfolgreich im dichtesten Hafengetümmel eingesetzt wird, wirkt hier noch wie eine futuristische Utopie: der Einsatz von Schnellbooten für den Pendlerverkehr, inklusive P&R Parkplätzen in den Vororten der Großstadt. Anlegestellen gäbe es zwischen Kripp und dem Bonner Zentrum hierfür bereits vielerorts. Auch wenn häufig abgewunken wird, dass solche Vorhaben Jahre der gar Jahrzehnte bis zur Umsetzung brauchen: Wenn manche Dinge bereits in den 90er Jahren angepackt worden wären, wären sie heute vielleicht schon umgesetzt und könnten die Situation an der B 9 bereits entspannen.

Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen – Fraktion im Rat der Stadt Remagen und Ortsverband Remagen
Foto: Privat

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