Rotkreuzler aus dem Ahrkreis verlegen Fördermitglied nach Urlaubsunfall in ein heimtnahes Krankenhaus

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Rotkreuzler aus dem Ahrkreis verlegen Fördermitglied nach Urlaubsunfall in ein heimtnahes Krankenhaus
Der DRK-Rückholdienst steht allen Rotkreuzmitgliedern, egal ob aktiver Helfer oder Fördermitglied, sowie den hauptamtlichen Mitarbeitern im Notfall kostenfrei zur Verfügung. Bei Auslandsaufenthalten werden akut erkrankte oder verunfallte Rotkreuzmitglieder mit dem DRK-Flugdienst nach Deutschland geholt. Mit einem geeigneten Rettungsfahrzeug erfolgt dann der Transport vom Flughafen zur heimatnahen Weiterbehandlung. Bei Rückholdiensteinsätzen innerhalb Deutschlands oder dem benachbarten europäischen Ausland erfolgt die heimatnahe Verlegung in der Regel bodengebunden mit einem Rettungsfahrzeug. Foto: Archiv Thorsten Trütgen

Rotkreuzler aus dem Ahrkreis verlegen Fördermitglied nach Urlaubsunfall in ein heimtnahes Krankenhaus

Kreis Ahrweiler. Hildegard B. und ihr Mann Heinz (Namen geändert) lieben die ostfriesische Nordseeküste. Die landschaftliche Weite, gemeinhin oft auch „Plattes Land“ genannt, ist das Gegenteil zu ihrer bergigen Heimat im Herzen des Ahrtals. Bereits seit einigen Jahren nutzt das selbstständige Gastronomen-Ehepaar die Möglichkeit, dort zu entspannen und die Landschaft zu genießen. Ein Fahrradunfall hat die diesjährigen Urlaubsfreuden vor einigen Tagen allerdings getrübt. Glücklicherweise sind die Eheleute B. seit vielen Jahren Fördermitglied im Deutschen Roten Kreuz (DRK) Kreisverband Ahrweiler e.V.. Die Retter von der Ahr haben ihren Förderern auch an der Nordseeküste geholfen.

Es sollte eine kleine Radtour zum Urlaubsauftakt werden. Schön gemütlich meerseitig am Deich entlang vom Küstenbadeort Neuharlingersiel nach Benersiel. Als die Eheleute B. nach einigen Kilometern feststellten, dass sie die Fahrradschlüssel im Hotel vergessen haben, entschieden sie sich, zurückfahren und diese zu holen. Auf dem leicht Richtung Meer abschüssigen Deichradweg stoppte das Ehepaar, um zu drehen. Ab dem Moment nahm das Unheil seinen Lauf: Als Hildegard B. von ihrem Rad absteigen wollte, verlor die 58-jährige das Gleichgewicht und stürzte mitsamt ihrem schweren E-Bike den Deich hinunter Richtung Meer. Nachdem sie sich vom ersten Schreck erholt hatte und ihr klar wurde, was soeben geschah, spürte sie die Schmerzen im ganzen Körper. Sie konnte sich nicht mehr richtig bewegen, geschweige denn alleine aufstehen. Ihr gesundheitlich angeschlagener Mann konnte ihr in der misslichen Lage ebenfalls nicht helfen. „Mein Mann wollte direkt einen Krankenwagen rufen. Ich habe ihm noch gesagt, er soll mal zehn Minuten warten, das wird schon wieder“, erzählt Hildegard B. und macht dabei einen Gesichtsausdruck, als wenn sie gerade selbst nicht glauben kann, was sie gesagt hat.

Heinz B. war die ganze Sache überhaupt nicht geheuer. Er zückte das Mobiltelefon und verständigte über die Notrufnummer 112 den Rettungsdienst. „Stellen sie sich auf den Deich und winken, wenn sie den Rettungswagen kommen sehen. Wir finden sie dann schon“, hatte man ihm am Telefon noch gesagt. Heute können die B.‘s über den kurios klingenden Hinweis schmunzeln, der trefflich die geliebte Urlaubsregion beschreibt. Kurze Zeit später waren die Rettungskräfte da. Nach der ersten Untersuchung vermuteten die Retter, dass Hildegard B. eine Verletzung an der Wirbelsäule haben könnte. Von da an wurde sie behandelt wie ein rohes Ei, damit es ja nicht durch unnötige Bewegungen zu Verletzungen des Rückenmarks kommt. Nachdem Hildegard B. über den Deich getragen wurde, ging es mit dem Rettungswagen in das Krankenhaus der Kreisstadt Wittmund. Nach den Untersuchungen dort dann die erschütternde Nachricht: Ein Wirbel in der Brustwirbelsäule sei angebrochen. Ob eine Operation erforderlich ist, war zu der Zeit noch nicht klar. Hildegard B. war geschockt: „Eine solche Diagnose durch einen Unfall im Urlaub zu bekommen ist niederschmetternd. So weit weg von der Heimat schießen einem plötzlich tausend Gedanken durch den Kopf.

Am dritten Tag ihres Krankenaufenthaltes fiel Hildegard B. ein, dass sie ja seit 2012 Fördermitglieder im DRK seien. Irgendwie hatte sie in Erinnerung, etwas von einem DRK-Rückholdienst gehört zu haben. Und dieser Gedanke war genau richtig. Nach einem Telefonat mit der Tochter verständigte diese das DRK im Kreis Ahrweiler, wo die Eltern Mitglied sind. Dort erfuhr sie, dass heimatnahe Rückverlegungen nach solchen Ereignissen tatsächlich für DRK-Mitglieder über den DRK-Rückholdienst organisiert und durchgeführt werden. Man benötige allerdings einige Tage, um die Transportfähigkeit der Mutter mit den behandelnden Ärzten zu klären, einen adäquaten Platz für die Weiterbehandlung zu finden und dann das Team für den bodengebundenen Rücktransport zusammenzustellen. Wenige Tage später befand sich Hildegard B. wieder in einem Rettungswagen. Dieses Mal in einem vom DRK aus ihrem Heimatkreis mit Transportziel Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Wir waren so froh, als unsere Rückkehr nach Hause geklärt war. Wir mussten zwar einige Tage warten, aber nun mit einem konkreten Ziel vor Augen. Das macht ein solches Ereignis erträglicher“, erzählt Hildegard B. Die Therapie wurde indes in Wittmund bis zur Verlegung ganz normal weitergeführt. Im Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler in Bad Neuenahr-Ahrweiler bzw. im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth in Neuwied wurde die Behandlung fortgesetzt. Dort erhielt Hildegard B. dann auch die befreiende Mitteilung, dass keine Operation an der Wirbelsäule notwendig sei und der Bruch mit einem Korsett weiter heilen kann. Das Korsett wird Hildegard B. zwar nun im Sommer einige Zeit tragen müssen, das sei ihr aber egal. Sie und ihr Mann sind froh, dass eine Therapie ohne Operation möglich ist.

Mittlerweile ist Hildegard B. wieder zu Hause und geht mit ihrem Mann im eigenen Lokal der Arbeit nach. Wenn sie auf das, je nach Kleidung, durchaus sichtbare Korsett, angesprochen wird, erzählt sie ganz offen ihre Geschichte. „Ich bin froh, dass ich vor einigen Jahren nicht auf meinen Mann gehört habe und wir die Fördermitgliedschaft im DRK nicht gekündigt haben“, sagt die lebensfrohe Gastronomin. „Ich erzähle jedem, der mich auf meinen Unfall anspricht, wie toll die Rotkreuzler mir als Fördermitglied mit dem Rückholdienst geholfen haben.“ Ein ganz besonderes Lob hat Hildegard B. dann noch für das Team, dass den Rücktransport durchgeführt hat. „Die beiden jungen Männer waren sehr einfühlsam und freundlich. Nicht aufgesetzt freundlich, sondern so richtig von Herzen. Als Gastronomin mit fast vierzig Jahren Berufserfahrung und Kundenkontakt spürt man das ganz schnell. Sie haben den langen und anstrengenden Rücktransport von fast fünf Stunden, soweit möglich, äußerst angenehm gestaltet“, bedankt sich Hildegard B. bei ihren Helfern. Sie ist zuversichtlich, dass sie die weitere Behandlung problemlos überstehen wird.

Wer sich für den DRK-Rückholdienst im Rahmen einer DRK-Fördermitgliedschaft interessiert, findet weitere Informationen im Internet auf der Homepage des DRK-Kreisverbandes Ahrweiler e.V. unter www.kv-aw.drk.de. Dort besteht auch die Möglichkeit, sich direkt online anzumelden. Persönliche Informationen erteilt Sabine Heuser vom DRK-FördermitgliederService per E-Mail an foerdermitglieder@kv-aw.drk.de oder telefonisch unter (02641) 97 80 16.

Hier geht es zur Homepage des DRK-Kreisverbandes Ahrweiler:
www.kv-aw.drk.de/

Kurzinfos über unsere Arbeit finden Sie auch
bei Facebook unter www.facebook.com/drkkvahrweiler
oder bei twitter unter www.twitter.com/drkkvaw

Pressemeldung DRK Kreis AW
Foto: Archiv Thorsten Trütgen

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