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St. Apollinaris-Wallfahrt 2022 eindrucksvoll eröffnet

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Bischof Rudolf Voderholzer predigte über den Wert des Betens

In Remagen, im nördlichen Rheinland-Pfalz, erhebt sich oberhalb der Stadt der Apollinarisberg mit der neugotischen Wallfahrtskirche, die dem Heiligen Apollinaris geweiht ist. Der Legende nach soll er im Jahr 1164, zusammen mit den Gebeinen der Heiligen Drei Könige per Schiff nach Köln gebracht werden, als auf der Höhe des Berges das Schiff stoppte und nicht mehr weiterfuhr. Erst als die Reliquie abgeladen wurde konnte die Reise fortgesetzt werden. Dass bestätigt den damaligen Gedanken: Reliquien suche sich ihren Standort selber aus. Der Grundstein für eine nun über 500 Jahre alte Tradition war somit gelegt.
Nach feierlichem Glockengeläut zogen die grün berockten Remagen Schützen, gefolgt von den zahlreichen Ministranten, Priestern und Bischof Voderholzer in die Kirche ein, begleitet von einem musikalischen “ Halleluja“ der Anwesenden.
Pater Bartholomé, der Rector ecclesiae, begrüßte die Besucherinnen und Besucher und brachte seine Dankbarkeit und Freude zum Ausdruck, dass nach Corona und der letztjährigen Flutkatastrophe im Ahrtal, „Die Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe“ die Wallfahrt zu Ehren St. Apollinaris zum 16. Mal gestalten können. Besonders wurde Bischof Voderholzer gedankt, dass er den weiten Weg aus Regensburg an den Rhein nicht gescheut hat, um mit ihm, Pater Cornelius, Pater Ignas und Dechant Frank Klupsch die Heilige Messe zu zelebrieren. Für Dechant Klupsch wird es die letzte Wallfahrt auf dem Apollinarisberg sein, da er im Oktober eine neue Aufgabe innerhalb des Bistums Trier übernimmt.
In seiner Antwortrede bedankte sich Bischof Voderholzer für die Einladung, die er gerne angenommen hat, sei sie doch so etwas wie Rückkehr in eine alte Heimat, da er von 2005 bis zum Jahresbeginn 2013 Professor an der Theologischen Fakultät in Trier war, sich damals allerdings nie eine Gelegenheit zu einem Besuch in St. Apollinaris ergeben hat. Daher habe er die Einladung sehr gerne angenommen um diesen „wunderbaren Ort, eine Stadt auf dem Berg, die leuchtet, die mich in vielen Dingen an den Regensburger Dom erinnert“ kennenzulernen.
Das silberne Haupt des Apollinaris wird von den Zelebranten und Ministranten aus dem in der Krypta befindlichen Sarkophag erhoben und im Chor der Kirche ausgestellt, wo er während der gesamten Wallfahrtzeit seinen Platz findet, um verehrt zu werden. Ebenfalls besteht die Gelegenheit sich nach jeder Heiligen Messer mit dem Haupt segnen zu lassen.

Kurz nach Anfang des Gottesdienstes erfolgte die Prozession in den Klostergarten: Zelebranten, Ministranten, die Schützen sowie die versammelte Gemeinde begleiteten das mitgeführte Haupt durch den Garten, wo Bischof Voderholzer mit dem Reliquiar die Stadt Remagen segnete. Nach Salutschüssen und vielstimmigem „Großer Gott wir loben Dich“ wurde wieder in die Kirche eingezogen.

In seiner Predigt nahm Bischof Voderholzer den roten Faden aus Lesung und Evangelium auf: Das Beten – eine Einladung und eine Ermutigung, dass eine Erneuerung der Kirche nur eine betende Kirche sein kann, da sie in der Nachfolge Jesu stehe, der selbst ein großer Beter war. Beten, um Sorgen zu mindern – beten um Hoffnung, Kraft und Stärke zu erhalten, gerade für die Menschen nach der katastrophalen Flut.
Das Evangelium, so Bischof Voderholzer, schilderte Jesu Gebetsunterweisung nach Lukas, eine etwas abweichende Version vom geläufigeren Matthäus „Vater unser“: Hier steht das Gebet nicht als Bitte für uns im Mittelpunkt, sondern mit: „Vater geheiligt werde dein Name“ – Lob, Verherrlichung und Anpreisung. Nicht nur Bitte und Sorge sollen im Vordergrund stehen, sondern Lobpreis und Dank. Ebenso sein Hinweis, dass in allen großen Weihegebeten stets Lob und Dank im Mittelpunkt ihren Platz finden. „Gepriesen sei’s Du“, „Sein Name sei geheiligt“. Gott zu loben und zu preisen stelle den Höhepunkt eines jeden Gebetes dar. Nicht von ungefähr trage unser gemeinsames Gebetbuch den Titel „Gotteslob“.

Nach der Lobpreisung, so fuhr der Bischof fort, soll/kann/muss die Bitte erfolgten, soll/kann das Herz Gottes bestürmt werden. Sehr intensiv und ausführlich legte er den Anwesenden das „Vater unser“-Gebet aus. Zuvorderst nicht ausschließlich für sich selbst zu bitten, sondern auch für seine Mitmenschen. Bitten um dass, was alle Menschen benötigen und nicht „um ein Fünf-Gänge-Menü.“
In diesem Zusammenhang dankte Bischof Voderholzer ganz besonders der „Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstanden Liebe“ auf dem Remagener Apollinarisberg, als einen Ort der Einübung des Gebetes und auch vor allem des Lobpreises. „Ich kann nur von Herzen danken für diese Gebetstradition, die sie hier schon seit etlichen Jahren pflegen.“

Mit Bischof Voderholzers tiefgreifender Predigt wurde ein wichtiger Impuls für die diesjährige Wallfahrt ausgelöst.

Pressemitteilung Klostergemeinschaft Apollinarisberg
Text: Rosmarie Feuser, Remagen
Foto: Privat

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