Tag der Demokratie am RheinAhrCampus

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Tag der Demokratie am RheinAhrCampus
Innenminister Roger Lewentz (SPD) lies sich alles zeigen und hielt eine Rede am RheinAhrCampus

Tag der Demokratie am RheinAhrCampus

Bunte Vielfalt kommt in Remagen gut an

Die Beteiligung der Hochschule Koblenz am eigenen Standort RheinAhrCampus überzeugt – mehr als 250 Menschen feiern einen friedlichen Tag
Ich freue mich mitteilen zu können, dass unser Programm sowie der neue Standort von den Teilnehmern und Besuchern gut angenommen wurde und wir den Tag der Demokratie ohne Zwischenfälle veranstalten konnten”, begann Versammlungsleiter Robert Schmidt das Pressegespräch am Samstagnachmittag.- Tag der Demokratie am RheinAhrCampus –

Der Campus, der sich in diesem Jahr in breiterer Form beteiligt hatte, war im Vorfeld des Tages nicht unumstritten. Getreu dem Motto „Politik muss da gemacht werden, wo Politik gebraucht wird” setzten der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) und das Bündnis für Frieden und Demokratie dennoch das Zeichen, dass Demokratie besonders an einem Ort der Bildung unabdingbar ist.

Die Übergabe des Preises an den Gewinner des Poetry-Slam
Die Übergabe des Preises an den Gewinner des Poetry-Slam

Als Konkurrenz zum Programm auf dem Marktplatz wollen sie sich nicht verstanden fühlen. In gemeinsamer Abstimmung hat man entscheiden zu zeigen, dass Remagen an vielen Stellen bunt und vielfältig ist. Es sei auch wichtig, dass man Problem nicht ignoriert werde, denn davon wird das Problem nicht kleiner. Aber Gewalt und Diffamierung könne nicht die Antwort auf extreme Ideologien sein, deswegen sei der Weg der Bildung mit Unterhaltung gegangen wurden. Der abendliche Poetry-Slam spiegelt dieses dann wunderbar wieder.

Fekten über das Rheinwiesellager
Rolf Knieper zeigte in seinem Vortrag, die bewusste manipulative Verwendung historischer Fakten zu den Rheinwiesenlagern durch die Rechtsextremisten, auf.

Bereits im Vorfeld wurde sich am RheinAhrCampus mit der Verzerrung von Fakten und der Wirkung von Fakes in einer Themenwoche Ende Oktober auseinandergesetzt, welche durch den Tag der Demokratie abgerundet wurde. Der Einladung des Bündnisses und des AStA waren 21 Stände mit weit über 100 Teilnehmern gefolgt.

Aktionen wie „Brownies gegen Braunies“, internationale Spezialitäten oder eine Deutschstunde zeigen, dass sich verschiedenste Institutionen mit dem Thema Demokratie auseinander setzen. Neben den weiterführenden Schulen der Region fanden auch soziale Einrichtungen ihren Weg zum RheinAhrCampus.
Ich finde die Atmosphäre am Campus sehr gut, besonders die Schulen fühlen sich wohl. Positiv ist, dass jedes Jahr Neue dazu kommen. Man darf nicht immer gleich zuviel erwarten. Es wird sich herumsprechen, dass sowohl eine Veranstaltung am Campus, wie auch am Marktplatz gut ist und seine Berechtigung hat.“, resümierte Karin Keelan, vom Friedensbündnis, die sich seit Jahren gemeinsam mit anderen Akteuren um die Ansprache und Koordination der Stände auf der Infomeile kümmert.

Die Besucher zeigten sich auch für die kommenden Jahre optimistisch. „Ein neues Konzept braucht immer eine gewisse Anlaufzeit. Mit einem Shuttle zwischen Hochschule und Innenstadt kann man jedoch sicherlich noch weitere Personen zur Infomeile locken”.
Zeitgleich zum Eintreffen der rechten Gruppierung vor dem Gelände des RheinAhrCampus wurde im Innenhof durch Jacques Delfeld der verstorbenen Sinti und Roma während der NS-Zeit gedacht, was als Beispiel für Diskriminierung dient.

Anschließend griff Innenminister Roger Lewentz (SPD) dieses Thema auf und zeigte sich erfreut, dass sich erneut eine große Gruppe für die Vielfalt in Remagen engagiert.
Bei der anschließenden Siegerehrung des Laufes der Demokratie zählte in erster Linie der symbolische Wert. So wurde das Team RuntAStEN Koblenz United als bestkostümierte Team prämiert. Neben weiteren Redebeiträgen der Professoren Stephan Bundschuh und Gerd Bosbach, rundete der Musiker Stephan Glöckner das Programm ab.
Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz, dankte dem Engagement der Studierenden des RheinAhrCampus, die für einen reibungslosen Ablauf und die Sicherheit der Teilnehmer sorgten.
Zielführend war zudem auch die Aktion des Friedensbündnisses unter der Leitung von Michaela Schmitt und Dr. Konstanze Ameskamp bezeichnen, die in Zusammenarbeit mehrerer Partner, darunter die Hochschule, den versammelten Neonazis alle Opfer des Nationalsozialismus entgegen hielten. Unter dem Titel „Ge(h)DENKEN“, wurde mit großflächigen Transparenten und Bildern von Opfern des NS-Regimes dafür gesorgt, dass auch die Erinnerungsfotos der Neu-Nazis um diesen wichtigen Aspekt bereichert werden.
Die Einkesselung durch die beiden Demonstrationen stellte keinen negativen Aspekt der Veranstaltung dar, da sich beide Gruppierungen weitgehend friedlich und kooperativ zeigten. Die vorhandenen Ordner haben die Umsetzung der Auflagen kontrolliert, sodass es zu keiner kritischen Situation kam.
Diese Veranstaltung auf die Beine zu stellen, war uns ein persönliches Anliegen. Wir wollen zeigen, dass Remagen sich zwar politisch, aber auch unparteiisch und bunt positionieren kann“ stellte Carina Post, ebenfalls Versammlungsleiterin, fest. Im nächsten Jahr müssen weitere Studierende und Engagierte gefunden werden, die diese Aufgabe in Abstimmung mit der Stadt und dem Bündnis übernehmen.

Ein Ergebnis steht bereits fest: mit mehr als 250 Besuchern war die Veranstaltung für das erste Jahr gut besucht und eine tolle Möglichkeit Kontakte zu knüpfen. „Ich bin heute sehr glücklich“, sagte einer der anwesenden Schüler der Deutschstunde der Volkshochschule, was unterstreicht, dass an diesem Tag eine friedliche Auseinandersetzung möglich ist.
Mithilfe von Bildung und Engagement konnte ein klares Statement für Remagens bunte Vielfalt gesetzt werden.

Pressemeldung RheinAhrCampus

 

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