Mittwoch, Dezember 1, 2021

Wald im Klimastress: GRÜNE Position für neue Forstpolitik

Wald im Klimastress: GRÜNE Position für neue Forstpolitik

Stefani Jürries, GRÜNEN-Direktkandidatin für den Wahlkreis 13 – und damit auch für Sinzig – machte sich gemeinsam mit Ralf Urban aus der Sinziger Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei einem Corona-konformen Waldspaziergang Gedanken über den Zustand des Sinziger Waldes.

Kreis Ahrweiler, 25.02.2021. Remagen und Sinzig zählen zu den trockensten Regionen in Rheinland-Pfalz. Hier führte der Klimawandel nach drei außergewöhnlich trockenen Jahren
zu einem fast kompletten Absterben der Fichten. Auch erste Laubbäume weisen nun Schädigungen auf. Was ist nun zu tun, um unsere verbliebenen Waldbestände klimaresistent zu erhalten? Buchen können in unseren Breiten über 500 Jahre alt werden. In den Wäldern unserer Kommunen stehen leider nur noch wenige Buchen mit einem Alter von über 180 Jahren. Da alte Laubbäume aber ökologisch besonders wertvoll sind, bestimmten Vogelarten als Habitat dienen und besonders viel CO 2 binden, sollten alte Buchenbestände besonders geschützt werden.

Eine Studie der Leuphana Universität Lüneburg aus 2018 (*1 Quelle: siehe unten) zeigt zudem: Die Empfindlichkeit für Klimaschwankungen hängt bei Buchen stark von ihrer Bewirtschaftungshistorie ab. So scheint sich die Durchforstung negativ auf die Widerstandsfähigkeit von Waldbäumen auszuwirken und schwächt deren Resistenz im Klimawandel.

Traditionell betrachten die Kommunen den Wald als Wirtschaftsgut, das Gewinn erwirtschaften muss. Die Frage ist nur: Geht es um den kurzfristigen, wirtschaftlichen Gewinn? Oder einen langfristigen Gewinn für unser Klima und unsere Lebensqualität? Da derzeit mit Holz ohnehin kaum finanzieller Gewinn erwirtschaftet wird, setzen sich die GRÜNEN dafür ein, die Ziele der Forstwirtschaft neu zu definieren. Ein einfaches Rezept zur Stärkung unseres Waldes: weniger tun. Ralf Urban, der sich im Sinziger Stadtrat bereits mehrfach zu dem Thema geäußert hat, weiß: „Nichtstun ist politisch schwer zu verkaufen, aber eines ist sicher: Keine Wälder liefern noch viel weniger Holz!

Dazu kommt: In Zeiten des Klimawandels wird der Wald als Wasser- und CO2-Speicher immer wichtiger. Zudem wird deutlich, dass im Hochsommer die Umgebungstemperatur im Wald um bis zu 15°C unter der Umgebungstemperatur von städtischen Regionen liegen kann.

Dazu ergänzt Stefani Jürries: „Den Wald, wie wir ihn kennen, wird es vermutlich nicht mehr lange geben.“ Damit spricht sie das Konzept Klimawald 2100 an, demzufolge Zukunftswälder sowie natur- und klimaangepasste Bewirtschaftungsformen wissenschaftlich untersucht werden sollen. „Unser Ziel ist ein klimaangepasster Laubmischwald mit ausgewiesenen Wildnisflächen“, so Jürries.

*1: Quelle: https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2018.06.065

Pressemeldung Kreisverband Ahrweiler von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Foto: Anton Simons

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