Wasserbüffel an der Ahrmündung

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Wasserbüffel an der Ahrmündung

Wasserbüffel an der Ahrmündung

Wasserbüffel an der Ahrmündung
Foto Google Maps

Gleich zwei Projekte wurden bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 8. August in Sinzig vorgestellt. Stefan Backes vom Referat Naturschutz der SGD Nord stellte das Konzept der Beweidung mit Robustrassen auf den Wiesen an der Ahrmündung vor, Wasserbüffel an der Ahrmündung. Hier sollen ca. 20 – 25 Wasserbüffel weiden. Dabei handelt es sich nicht um die Wasserbüffel, die man aus der Serengeti kennt, sondern um eine winterharte rumänische Variante der beeindruckenden Tiere. Das Fleisch soll sehr schmackhaft sein und besitzt BIO-Qualität. Die außerordentlich friedlichen Tiere gehen gerne ins Wasser von daher wird das Ufer ständig verändert. Das bietet zahlreichen höhlenbrütenden Vögeln ausgezeichnete Nistbedingungen. Auch andere Tierarten profitieren von der Beweidung. Anhand des Projekts auf der Schmidtenhöhe bei Koblenz zeigte Stafan Backes, dass sich 13 der heimischen 16 Amphibienarten, ca. 140 Vogelarten und eine Vielzahl von Insekten ansiedeln. So finden sich in einem Kuhfladen über 200 Insekten und deren Larven. Dieses bildet die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Vögel und Aphibien. Auch seltene Orchideen werden öfter zu finden sein. Eine Gefahr für Fische und andere ansässige Tierarten besteht bei dem dünnen Besatz nicht. Das bestätigte auch Diplom Biologin Dr. rer. nat. Ulla Stüßer.
Einmal im Jahr kommt ein Veterinär und untersucht die Rinder und einmal am Tag muss jemand den allgemeinen Zustand der Tiere kontrollieren, z.B. ob Verletzungen vorliegen. Bei Hochwasser müssen Ausweichflächen bereitgestellt werden, das könnte z.B. das Gebiet an der Kläranlage sein.
Die Kosten trägt zu 100% das Land.
Weiterhin bietet das Projekt eine touristische Attraktion und die Schulen können die Artenvielfalt in den Biologieunterricht einbeziehen. Aussichtsplattformen mit Hinweistafeln und befestigte Rundwege führen die Besucher gezielt durch die naturnahe Kulturlandschaft, die dann auch digital erlebt werden kann.

„Tourismus für alle“ – barrierefreier Rundweg durch das Naturschutzgebiet.

Maximilian Scholl vom Ahrtaltourismus in Bad Neuenahr stellte das zweite Projekt vor. Ähnlich wie im Hohen Venn in der Eifel könnten auch hier Holzstege und befestigte Wege durch das Naturschutzgebiet führen. Die Wege sind an den Seiten mit einer Stange versehen sodass Sehbehinderte sich mit ihren Stöcken besser orientieren können. Auch hier würde durch Infotafeln und digitale Ergänzungen ein Lehr- und Erkundungsweg entstehen. Zudem verhindern die festen Wege, dass einfach wild in der Gegend herumgelaufen wird. Auch die Vermüllung des Ahrufers würde so eingeschränkt.
In diesem Zusammenhang wäre zu prüfen ob auch Finanzmittel für die Instandsetzung des Parkplatzes an der Natorampe freigegeben werden können.

Beide Projekte gliedern sich sehr gut in die 2022 in Bad Neuenahr-Ahrweiler stattfindenden Landesgartenschau ein und bilden so die Brücke zwischen der Rheinschiene und der Kreisstadt.

AG
Wasserbüffel-Photo by jean wimmerlin on UnsplashAnzeige –

 

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