WGR zum geplanten Abriss Kirchstraße 17 Remagen

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WGR zum geplanten Abriss Kirchstraße 17 Remagen
Dieses rot eingerahmte verputzte Fachwerkhaus mit 135qm Gesamtfläche soll nach einstimmigem Beschluss des Bauausschusses (CDU, SPD, FBL und Grüne) abgerissen werden. Die Straße soll zu den Parkplätzen hin aufgeweitet werden, so der Wunsch der SPD. Restflächen sollen einem Ideenwettbewerb zugefügt werden. Wie schade ist es, dass die historische Bausubstanz des ehemaligen Fachwerkhauses NICHT in den Ideenwettbewerb hineingenommen wird! Vielleicht fände sich eine altstadtaufwertende Lösung mit Erhalt bzw. Rückbau der Fachwerkstruktur. Sind es nicht gerade die von einigen Eigentümern liebevoll restaurierten Fachwerkhäuser, die unsere kleine Altstadt so reizvoll machen?

WGR zum geplanten Abriss Kirchstraße 17 Remagen

Idee der Bewahrung der historischen Altstadt geht verloren –
Wenn zu Beginn einer Ausschusssitzung dieTagesordnung geändert wird, ist in der Regel Vorsicht angesagt. So war es auch am 22. Januar, als es im Bauausschuss um die städtische Liegenschaft Kirchstraße 17 ging. Im Rahmen der Stadtgespräche hatten sich die meisten Bürger für einen Erhalt bzw. Ausbau der historischen Innenstadt ausgesprochen. Bürgermeister Ingendahl ist angetreten, um für „frischen Wind“ in Remagen zu sorgen und so ist es verwunderlich, dass der Bürgermeister nun den Wunsch des Beigeordneten Rolf Plewa (SPD) unterstützt und in der Kirchstraße alte Bausubstanz abreißen lassen möchte. Schon damals beim Kauf des Objektes Kirchstraße 17 durch die Stadt Remagen hatte Herr Plewa dafür gestimmt, dieses erworbene städtische Haus abzureißen, damit der Blick von der Kulturwerkstatt hin zur Pfarrkirche St. Peter und Paul möglich würde. Damals wurde dies besonders vehement von den älteren Semestern der CDU (damals federführend durch Christel Vendel) abgelehnt. Leider sind diese Stimmen in der CDU heute nicht mehr vertreten und eine solche ad hoc Entscheidung wird zulasten der historischen Altstadt gefällt.
Kurzerhand wird dieses in die Jahre gekommene und schlecht gepflegte städtische Haus als „abbruchreif“ eingestuft, um das Problem schnell zu lösen. Dabei gibt es in der Remagener Innenstadt viele Beispiele, wo Bürger die alte Bausubstanz liebevoll restauriert haben und damit dazu beitragen, dass Remagen überhaupt eine historische Altstadt aufweisen kann. Sei es am Anfang der Kirchstraße oder in der Bachstraße oder am Ende der Milchgasse, Besucher der Remagener Innenstadt finden kleine „Schmuckkästchen“, die unsere Heimatstadt zu etwas Besonderem machen. Ist dieses alte städtische Gebäude erst einmal abgerissen, so ist es nicht mehr weit zu der Idee, die Frau Wießmann (SPD) fordert, die Fahrbahn an dieser Ecke in der Kirchstraße deutlich zu verbreitern, um die Ausfahrt vom Parkplatz zu erleichtern. Welcher Ideenwettbewerb soll dann nach Abriss des Hauses und Verbreiterung der Straße noch für die wenigen verbleibenden Quadratmeter greifen?
Auf kaltem Weg will man hier das umsetzten, was vor wenigen Jahren noch vom Ortsbeirat und führenden CDU-Größen abgelehnt wurde. Zu Recht hatten diese damals entschieden: Zum Flair einer Altstadt gehört nun mal eine gewisse Enge der Straßen.
Oder möchte die Stadt auf diesem Weg die eigenen Ausbaubeiträge der Kirchstraße einsparen?
Würde es Bürgermeister Ingendahl um den Erhalt des Altstadtflairs in Remagen gehen, dann hätte er die Ausschreibung eines Ideenwettbewerbs zur Gestaltung dieser Ecke in der Kirchstraße vor die Entscheidung des Abrisses dieses Hauses gestellt. Die Umgestaltung oder Restaurierung dieses Hauses könnte so in die Gesamtplanung einbezogen werden. Was spricht dagegen, wenn an dieser Stelle in unmittelbarer Nachbarschaft zur Pfarrkirche, dem historischen Pfarrhaus und anderen sehr ansehnlichen historischen Häusern ein weiteres liebevoll restauriertes Fachwerkhaus die Altstadt schmückt? Außerdem ist die Wohnfläche von etwa 135 m² eine zukünftige gute Mieteinnahme oder die richtige Größe zur Selbstnutzung durch  einen neuen Eigentümer.
Es gibt auch Alternativen für unsere Altbausubstanz, wie am ehemaligen evangelischen Gemeindehaus, am Hof zu Holland oder am Westfällischen Hof zu erkennen ist. – Warum soll erst der Abriss und dann der Wettbewerb erfolgen und nicht umgekehrt?

Pressemeldung WählerGruppe Remagen e.V. (WGR)
Foto: Privat

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