Hospizgäste kuscheln mit Greifvögeln

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Hospizgäste kuscheln mit Greifvögeln. „Falkner der Herzen“ beschert unvergessliche Momente

Tiefer Blick in leuchtende Eulenaugen

Hospizgäste kuscheln mit Greifvögeln. „Falkner der Herzen“ beschert unvergessliche Momente

Respekt gehörte dazu. Aber auch ganz viel Gefühl. Schmusezeit war angesagt beim Besuch von Achim Häfner im stationären Hospiz im Ahrtal. Und das, obwohl der Pfälzer keine kuscheligen Felltiger dabei hatte sondern Greifvögel: Die beiden kleinen Weißgesichtseulen Merlin und Alena und die Schleiereule Asterix. Nicht gerade die Sorte Tier, die man als erstes mit Streicheleinheiten und Küsschen verbindet. Aber davon gab es reichlich.

Diese Augen“, stellte eine Frau fest und blickte in die runden orangeleuchtenden Augen Alenas. „Und die Schleiereule hat ein Herzgesicht“, konstatierte ihre Sitznachbarin. Manche waren von Beginn an hin und weg, andere berührten die gefiederten Besucher erst zaghaft und dann unablässig. „Man mag gar nicht mehr aufhören“, stellte eine Frau fest. Zärtlich glitten ihre Finger übers Federkleid – ganz ohne, dass sie dazu eine Anleitung brauchte. Sie sprach mit den Vögeln und legte Wange an Wange.

Genau beobachtete auch Uta Hauschild mit ihrer Tochter, „wie toll das ist“. Als Krankenschwester und Mitarbeiterin in der Pflege des Hospizes hatte sie die Anregung zum Besuch Häfners gegeben und beim „Falkner der Herzen“, wie er sich selber nennt, angefragt. Seit Jahren besucht er Alten- und Pflegeeinrichtungen, Wohngruppen für Demenzkranke und Schulen und ist Botschafter eines Kinderhospizes. Mit der Falknerei Bisterschied in Rockenhausen in der Nähe von Kaiserslautern hat er seine Leidenschaft schon vor rund zwei Jahrzehnten zum Beruf gemacht. Dort zieht er die Tiere „per Hand und mit ganz viel Liebe“ auf. Deshalb seien sie so zutraulich.

Eulen schauen in die Seele des Menschen“, erklärt er seine Faszination für die Tiere, die merkten, wenn jemand krank oder schwach sei und entsprechend reagierten. „Unsere Tiere sind reine Therapievögel. Die kann man streicheln, kuscheln, küssen und liebhaben“, sagt er. Statt Flugshows bietet er Eulenwanderungen an, und obendrauf gibt es immer noch jede Menge Infos, auch über Weißkopfseeadler, Waldkauz und all die anderen Greifvögel, die er diesmal zu Hause gelassen hat. Das bedauerte er im Hospiz, denn immer mehr Hospizgäste kamen mit oder ohne Hilfe von Angehörigen, mit Rollstuhl, Rollator oder sogar mit dem Bett aus ihren Zimmern, um ihm Wohnzimmer des Hospizes den Eulen nahe zu sein.

Entdeckt hat Häfner die Therapiefähigkeit seiner Eulen durch seinen geistig und körperbehinderten Bruder: „Er war immer hyperaktiv, immer auf 180, aber wenn ich ihm eine Eule gab, hat er zwei Stunden mit ihr gekuschelt“. Bei Häfners an Demenz erkrankten Großmutter zeigten sie noch eine andere Wirkung. Viele Menschen habe sie nicht mehr erkannt, „aber wenn ich kam, fragte sie immer nach Max und Moritz und dann hat sie mit den Eulen erzählt, vom Krieg und ihren 15 Kindern bis zu ihrer Krankheit, und dann war Schluss.“ Auch einem unter Spastik leidenden Mann habe er schon eine Eule an die Hand gegeben. „Binnen fünf Minuten hörte er auf zu zittern.“ Noch viel mehr Beispiele konnte Häfner geben. Seine Liste setzte sich im Hospiz fort. „Wahnsinn, was hier mit den Menschen passiert“, stellte Hospizleiterin Yasmin Brost fest.

Was der Besuch von Achim Häfner bei Gästen, Angehörigen und Mitarbeitern im stationären Hospiz im Ahrtal bewirkte, war verblüffend und bewegend zugleich. Diejenigen, die sonst eher zurückhaltend sind, wachten auf und wollten sich gar nicht trennen. Und die, die tendenziell eher unruhig oder angespannt sind, wurden stiller, konzentrierter. Sobald er den Handschuh mit Merlin auf der Hand hatte, wurde ein Hospizgast gesprächig. Er erzählte, dass er mal einen Graupapagei hatte, der sogar ganze Sätze sprach und das passend zur Situation. Und ein bettlägeriger Hospizgast berichtete, wie besonders für ihn als Junge die Begegnung mit einem Uhu gewesen sei, der auf einmal lautlos über ihn gesegelt sei und sich dann unweit niedergelassen habe. Allen hatten die Eulen am Ende ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert und ein neues denkwürdiges Erlebnis beschert. Angesichts des großen Anklangs, versprach Häfner: „Ich komme wieder, und dann bringe ich auf jeden Fall auch einen Uhu mit.

Pressemeldung:Hospiz im Ahrtal GmbH
Fotos: Hospiz im Ahrtal GmbH

Weitere Infos zum „Falkner der Herzen“ unter : http://falknerderherzen.de/

 

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