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Ahrtal-Tourismus zieht ein Jahr nach der Flut durchwachsene Bilanz

Zahlreiche Angebote sind wieder gestartet, aber viele Gastgeber kämpfen weiter um ihre Existenz

Ahrtal. Ein Jahr nach der Flut nimmt der Tourismus im Ahrtal langsam wieder Fahrt auf. Einige Hoteliers, Gastronomen und Winzerbetriebe haben geöffnet, Veranstaltungen finden statt und vor allem an den Wochenenden kommen auch wieder zahlreiche Besucher. „Unsere Mitgliedsbetriebe haben in den vergangenen Monaten mit einer beeindruckenden Kraft und ungebrochenem Willen für den Wiederaufbau gekämpft“, betont Christian Senk, Geschäftsführer des Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. Während einige bereits Wieder-Eröffnung feiern konnten, sei es bei anderen jedoch nach wie vor unklar, wie es weiter geht. „Viele Gastgeber im Ahrtal kämpfen ein Jahr nach der Flut immer noch um ihre nackte Existenz“, so Senk.
Die Gründe dafür seien vielfältig – aber die größten Hürden verursachten fehlende finanzielle Mittel und schleppende Verwaltungsabläufe. „Trotz intensiver Solidaritäts-Bekundungen und vollmundiger Versprechungen unbürokratischer Hilfe seitens der Politik wissen viele unserer Mitgliedsbetriebe immer noch nicht, ob und wie sie ihren Wiederaufbau finanzieren und umsetzen können“, berichtet Senk. Diese Unsicherheit mache jegliche Planung zum unkalkulierbaren Risiko. Die Gastgeber im Ahrtal bräuchten endlich verlässliche Zusagen, welche Fördergelder ihnen zur Verfügung stehen. Das Problem: Aus den Hilfsfonds darf nur die Wiederherstellung des Zustands vor der Flut finanziert werden. Maßnahmen, die über die Beseitigung von Hochwasserschäden hinausgehen, sind demnach nicht förderfähig. Mit der gleichen Problematik kämpften derzeit auch die Kommunen beim Wiederaufbau ihrer Infrastruktur. „Wie soll das Ahrtal jetzt zu einer Modellregion transformiert werden, wenn neue Ansätze gar nicht ermöglicht werden?“, fragt Senk.

Forderung nach Sonderregelungen

Grundsätzlich wollen mehr als 80 Prozent der touristischen Betriebe im Ahrtal nach der Flut wieder aufbauen. „Doch ob das so bleibt, ist derzeit mehr als fraglich“, so Senk. Zahlreiche Mitglieder berichten von extrem aufwändigen und langsamen Genehmigungsverfahren und unklaren Bestimmungen für Sanierung und Wiederaufbau. „In einer Katastrophenlage wie wir sie hier im Ahrtal immer noch haben, können die zuständigen Behörden unseres Erachtens nicht einfach weiter Dienst nach Vorschrift machen. Sie müssen ihre Prozesse mit Sonderregelungen auf die Lage vor Ort anpassen“, fordert Christian Lindner, Vorstandsvorsitzender des Ahrtal-Tourismus. Vereinfachte Baugenehmigungen, schnellere Förderzusagen und großzügigere Abschlagszahlungen aus den Hilfsfonds seien Voraussetzungen für den Fortgang von Sanierungsarbeiten. „Die Prozesse zum Wiederaufbau des Tals funktionieren hinten und vorne nicht – allen Beteuerungen zum Trotz“, so Lindner. Hinzu kämen noch Belastungen aufgrund steigender Preise, fehlender Handwerker und der angespannten Personalsituation. Mitarbeiter von betroffenen Betrieben konnten seit der Flut Kurzarbeitergeld beziehen, diese Sonderregelung läuft jetzt jedoch aus. „Wenn hier keine Lösung gefunden wird, sind Kündigungen unvermeidlich“, warnt Christian Senk. Im Ahrtal seien davon mehr als 100 Betriebe und 1.300 Mitarbeitende betroffen.
Der Ahrtal-Tourismus e.V. setzt sich dafür ein, dass die Betriebe im Ahrtal im Zuge des Wiederaufbaus Begleitung durch Branchenexperten erhalten. Beim Land habe man beispielsweise bereits frühzeitig zusätzliche Mittel für ein gesteuertes Betriebsberatungsprogramm und entsprechend geschultes Personal beantragt – diese wurden allerdings abgelehnt. Doch immerhin können von der Pandemie sowie der Flutkatastrophe getroffene Unternehmen seit dem 1. Juli beim Beratungsprogramm Mittelstand (MITT) des Landes-Wirtschaftsministeriums höhere Zuschüsse beantragen. „Doch was nützen Zuschüsse, wenn es an Beratern und Ansprechpartnern fehlt?“, fragt Senk.

Touristische Erlebbarkeit berücksichtigen

Im Zuge des Wiederaufbaus soll das Ahrtal zu einer touristischen Modell-Region werden. Diese Transformation ist Teil der Tourismus-Strategie 2025, die der Ahrtal-Tourismus gemeinsam mit allen relevanten Akteuren aus Politik, Fachorganisationen oder Kommunen vorantreibt. „Wir setzen uns dafür ein, dass beim Wiederaufbau auch die touristische Infrastruktur und die Erlebbarkeit des Ahrtals Berücksichtigung findet“, erläutert Senk. Ziele sind eine nachhaltige touristische Entwicklung und eine Erhöhung der Lebensqualität für Einwohnerinnen und Einwohner. Im Zuge des Strategieprozesses läuft noch bis zum 18. Juli eine umfangreiche Online-Befragung, in der die Bevölkerung ihre Einschätzung zu touristischen Themen abgeben kann. Eine weitere Umfrage unter Gastgeberinnen und Gastgebern, Gästen und Helfenden sowie eine groß angelegte Werbekampagne mit dem Slogan „We AHR open“ sind vor kurzem gestartet beziehungsweise starten zeitnah.
Wir befinden uns als Tourismus-Destination in einer beispiellosen Situation“, ergänzt Christian Lindner. „Wir müssen unsere Infrastruktur fast von Grund auf neu denken – das ist aber auch eine riesengroße Chance! Und auch wenn der Wiederaufbau nur langsam voranschreitet und bei vielen deshalb die Energie und Motivation schwinden: Wir alle glauben fest an das Ahrtal als attraktives, vielfältiges und buntes Reiseziel und werden gemeinsam alles daran setzen, es wieder mit Leben zu erfüllen.
In welchem Umfang die konkreten Maßnahmen aus dem Strategieprozess später förderfähig sind, und wie deren Finanzierung aussehen wird, stehe noch nicht fest. Der Kampf um finanzielle Mittel und anhaltende Unterstützung für die Mitgliedsbetriebe sei für den Ahrtal-Tourismus insofern eine der wichtigsten Aufgaben für die kommenden Jahre.

Das Ahrtal nach der Flut – hier findet Tourismus wieder statt!

Der Rotweinwanderweg von Altenahr nach Bad Bodendorf und auch der AhrSteig (teils mit Umleitungen entlang anderer attraktiver Wegstrecken) sind wieder durchgehend wanderbar.
Alternative Routen zum zerstörten Ahrradweg gibt es derzeit nur zwischen Blankenheim und Adenau. Geöffnet haben u.a. auch das Freibad in Ahrweiler, der Waldkletterpark in Bad Neuenahr, die Dokumentationsstätte Regierungsbunker oder das Museum Roemervilla.
Gästeführungen oder Themenwanderungen sowie Events finden wieder statt.
Einige Gastronomen, Hotels und Winzerbetriebe haben geöffnet oder bieten an alternativen Standorten ihre Produkte an.
Wir freuen uns auf Gäste, denn der Tourismus ist unsere Existenzgrundlage!
Aktuelle Infos gibt es auf der Landing-Page: https://www.ahrtal.de/fuer-dich-da

Pressemeldung Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e. V.
Foto: Archiv

Veranstaltungen zur Flut

 

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