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Rehkitzretter Rhein-Ahr retten über 50 Kitze – der Film

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Ehrenamtliche Retter arbeiten mit Landwirten und Jagdpächtern Hand in Hand

Modernisierungen in der Landwirtschaft machen beherztes Eingreifen notwendig, um Rehkitze vor dem Mähtod zu retten. Seit vier Jahren bereits gibt es die Rehkitzretter Rhein-Ahr. Es begann damit, das die Organisatorin Daniela Wahl aus Kripp ein abgestoßenes Kitz zur Aufzucht bekam und sich dachte, da müsse etwas passieren. Daraufhin plante Sie die Rettungsaktionen für Rehkitze.
Die Rettungsaktionen finden in Absprache mit den Landwirten und auch den Jagdpächtern in den frühen Morgenstunden statt. Unmittelbar bevor der Mähdrescher mit der Arbeit beginnt, wird das Feld mittels einer Drohne, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist, überflogen und die Kitze im hohen Gras ausfindig gemacht. Die „Spotter“ wie die Läufer genannt werden, werden per Kopfhörer über den momentanen Standort des Rehkitzes informiert und fangen es mit einem Netz ein. Wichtig dabei ist es, keinerlei Geruch auf die knapp eineinhalb Kilogramm schweren Kitze zu übertragen. Die Ricke, wie die Mutter genannt wird, würde das Kitz nicht mehr annehmen und es wäre dem Tode geweiht. Nach dem Einfangen kommt das Kitz dann für die Zeit des Mähens in eine bequeme Kunststoffbox und wird nach dem Mähen wieder frei gelassen.

Rund 500 000 Rehkitze werden jedes Jahr getötet

Rund 500 000 Rehkitze fallen jedes Jahr dem Mähtod zum Opfer oder werden grausam verstümmelt. Dabei machen sich Landwirte wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz mitunter sogar strafbar, wenn die Kitze wissentlich nicht gerettet werden. Der Baadische Landwirtschaftsverband schreibt dazu:“ In der Vergangenheit wurden immer wieder Landwirte wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz bestraft, wenn sie Rehkitze beim Mähen verletzt oder getötet haben. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit den Jagdpächtern wichtig. Dass man die Rehkitzrettung nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte, zeigt ein Beispiel des Amtsgerichts Wolfach. Dort wurde ein Landwirt verurteilt, weil er wusste, dass eine Rehgeiß mit zwei Kitzen in der Wiese war, die dann beim Mähen zu Tode kamen. Der Jagdpächter hatte den Landwirt zuvor ausdrücklich aufgefordert, ihn am Tag vor der Mahd zu benachrichtigen, was dieser nicht tat.“ (Quelle: https://www.blhv.de/rehkitze-und-mahd/)
Auch der SWR berichtet über einen verurteilten Landwirt: „Rehkitze totgemäht? Amtsgericht Weinheim verurteilt Pächter zu 3500,- € Geldstrafe“. Quelle: https://www.swr.de/swraktuell/rehkitz-maehdrescher-laudenbach-prozess

Rehkitzretter Rhein-Ahr

In den letzten Jahren haben Rettungsaktionen zugenommen. „Früher wurde viel später im Jahr gemäht, sodass die meisten Tiere dann schon aus dem Babyalter heraus waren“ verrät uns Daniela Wahl, die Organisatorin der Rehkitzretter Rhein-Ahr. „Inzwischen wird für die Silomaat bereits im Mai und Juni geerntet und hier sind die Kitze noch zu jung und verlassen sich auf die Taktik des Wegduckens„.
Im Durchschnitt kommt ein Rehkitz auf einen Hektar Wiese oder Ackerfläche„, so Daniela Wahl. Die Setzzeit, wie die Phase der Geburt bei Wildtieren genannt wird, reicht bei Rehwild von Mai bis Juni.

Todesurteil frei laufende Hunde

Ebenfalls gefährlich für Kitze sind frei laufende Hunde. Auf den ersten Blick denkt man hier an Hunde, die Kitze zu Tode beißen, was dem natürlichen Verhalten der Vierbeiner entspricht. Aber selbst friedliche Hunde schnuppern an jungen Kitzen, wollen „nur spielen“ oder schnappen nach den Kitzen. Auch das bedeutet für das Rehkitz das Todesurteil, denn auch hier nimmt die Ricke das Kitz wegen des fremden Geruches nicht mehr an und es muss verhungern. Durch frei laufende Hunde kommen rund 100 000 Rehkitze jährlich ums Leben. Hier sind die Hundebesitzer in der Pflicht ihre Lieben im Zaum zu halten.

Nicht nur Rehe werden vom Mähtod bedroht, auch Kaninchen, Hasen, Feldhamster und bodenbrütende Vögel kommen durch Mähdrescher zu Tode.

Über die Rehkitzretter Rhein-Ahr

Zur Zeit besteht die Kerngruppe aus gut 15 Leuten, insgesamt beteiligen sich an den Rettungsaktionen rund 40 Leute, die sich von Einsatz zu Einsatz abwechseln. Wer mitmachen möchte, ist herzlich willkommen. Man sollte sportlich sein und sich nicht scheuen um vier Uhr morgens mit einer Wathose und ärmellangen Handschuhen bekleidet, ohne Deo durch nasse Wiesen zu laufen. Willkomen sind auch erfahrene Drohnenpiloten.

Kontakt:

Auf der Facebookgruppe erfährt man mehr über die verschiedenen Einsätze. https://www.facebook.com/groups/838505130007280

Sehen Sie hier den Film mit einigen Impressionen und Informationen zur Rehkitzrettung Rhein-Ahr

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