Denkmalverein Sinzig zu Gast beim Ratshausverein Oberwinter

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Denkmalverein Sinzig zu Gast beim Ratshausverein Oberwinter
Die Gruppe aus Sinzig auf dem „Balkönchen“ an der B 9 – Ute Metternich (rechts) erläutert die Geschichte. Foto: Denkmalverein

Denkmalverein Sinzig zu Gast beim Ratshausverein Oberwinter – Ortsführung mit Ute Metternich

Zwei Kirchen, Weinhändler und der Hafen

Sinzig. Zwei befreundete Vereine mit ähnlichen Arbeitsschwerpunkten trafen zusammen, als der Förderverein Denkmalpflege und Heimatmuseum  Sinzig zu Gast war beim Rathausverein Oberwinter. Genau dort, im ehemaligen Rathaus des Remagener Stadtteils, erwartete Ute Metternich die Gruppe aus Sinzig. Wie der Sinziger Denkmalverein engagiert sich der Oberwinterer Rathausverein für den Erhalt des Ortsbildes und der historischen Bausubstanz, für Geschichtsbewusstsein und die Bewahrung alter Erinnerungen.

Ute Mettenrich begrüßte die Gruppe aus Sinzig bei Kaffee und Gebäck und gab einen Abriss der Oberwinterer Geschichte – quasi als Grundlage für den anschließenden ausführlichen Rundgang durch den Hafenort. Erste Station war das benachbarte Haus Schwanen, wo Hausherr Christian Schmiedel die Gäste führte. Hier soll Napoleon übernachtet haben –auch wenn dies nicht ganz sicher ist,  gibt es dem heute vorbildlich restauriertem, zeitweise auch als Hotel genutzten Haus aus dem Jahre 1671 einen besonderen Flair.

Aufwendig gebaute Häuser spielen im Oberwinterer Stadtbild eine große Rolle. Der Ort hat eine frühe Tradition im Weinbau –„winter“ steht für „Wingert“ – und damit auch im Weihandel. Wohlhabende Weinhändler haben mehrere große, heute noch wahrnehmbare Anwesen errichtet wie etwa das der früheren Weinhandlung Lauffs. Die Oberwinterer Winzer lebten dagegen in einfachen Verhältnissen. Aus diesem Grund entstand schon früh, nämlich 1896, als Selbsthilfe der Oberwinterer Winzerverein. Er residierte nacheinander an zwei Standorten, beide besichtigte die Gruppe. Der zweite Standort war das zuletzt als Gasthaus Stein bekannte Anwesen an der B 9, das derzeit in Wohnungen umgewandelt wird. Gebaut wurde es übrigens als Ausstellungsräumlichkeit einer Eisschrankfabrik.

Oberwinter liegt nicht nur am Rhein, sondern hat auch einen Hafen. „Der Hafen war früher schwarz  vor Schiffen“, erläuterte Ute Metternich anschaulich. Es waren andere Zeiten am Rhein als heute: Nicht nur Hochwasser drohte, sondern auch Eisgang. So mussten Schiffe, darunter auch die damals so beliebten Badeschiffe, für den Winter in Sicherheit gebracht werden. Heute ist der Hafen ein Yachthafen. Oberwinter liegt natürlich auch an der Bundesstraße 9. Als Reichsstraße 9 wurde sie 1936 aus der engen Ortsdurchfahrt an den Uferbereich verlegt. Eine Lindenallee fiel ihr damals zum Opfer, heute erfreut eine Allee von Zierkirschen den Betrachter  – die Bäume standen just zum Besuch des Denkmalsvereins in voller Blüte!

Eine besondere Rolle in der Geschichte von Oberwinter spielen die evangelische und die katholische  Kirchengemeinde. Die evangelische Gemeinde existiert seit der Reformation. Bis zum Bau der evangelischen Kirche 1723 mussten sich beide Konfessionen die katholische Kirche (Neubau 1860)  teilen. Ute Metternich erzählte anschaulich, wie schwer das beiden Seiten fiel.

Ortsbefestigung, Gasthäuser, jüngere städtebauliche Maßnahmen – viele Themen sprach die  Führung  an. Und viele Themen der Oberwinterer Ortsgeschichte warten noch auf Erforschung und Bearbeitung, auch das wurde bei Metternichs Ausführungen und interessierten Fragen aus der Gruppe immer wieder deutlich.  Die Arbeit wird beiden Vereinen nicht ausgehen, darin waren sich alle einig. Der Sinziger Vorsitzende Karl-Friedrich Amendt dankte Ute Metternich im Namen der Gruppe für die anschauliche und engagierte Führung und übergab ihr das beim Denkmalverein übliche Weinpräsent als „Honorar“.  

 

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